150 Jahre Maßem –
eine Familiengeschichte
Was 1870 mit einem Wirtshaus in Schillingen begann, hat sich über fünf Generationen zu einem der bekanntesten Häuser im Hochwald entwickelt. Die Geschichte der Familie Maßem ist untrennbar mit der Geschichte des Dorfes verbunden – und sie reicht weiter zurück, als man denkt.
Woher kommen
die Maßems?
Wie alles begann, wissen wir nicht ganz genau. Da sich viele Familiennamen von Berufen oder Flüssen ableiten, kommen wir Maßems wohl von der Maas – jenem Fluss, der in Frankreich entspringt, durch Belgien und die Niederlande fließt und in die Nordsee mündet.
Die meisten unserer Vorfahren waren Hugenotten – protestantische Kaufleute und hochqualifizierte Handwerker aus der Champagne und Lothringen, die an der Maas angesiedelt waren. In den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts wurden sie verfolgt; in der Bartholomäusnacht des 23. August 1572 wurden allein in Paris 3.000 Hugenotten ermordet. Insgesamt fielen 20.000 Menschen diesem Glaubenskrieg zum Opfer.
Zwischen 1598 und 1685 wurden rund 500.000 hugenottische Flüchtlinge umgesiedelt – nach Potsdam, in die Niederlande und in den Hochwald. So kamen wir nach Schillingen.
Das Herz
des Hochwaldes
So kamen wir nach Schillingen, mitten ins Herz des Hochwaldes. Die Dörfer Heddert, Schillingen, Mandern, Waldweiler und Kell sind noch heute von allen Seiten mit Wald umgeben – und wenn man von oben schaut, sieht es aus wie ein Herz. Das Herz des Hochwaldes.
Der Ortsname Schillingen leitet sich übrigens von „Scheelingen" ab – einem alten Mundartausdruck für „Hengst". Die Anfänge des Ortes liegen in der Pferdezucht begründet.
Das Gasthaus Maßem begann vor mehr als 240 Jahren als landwirtschaftlicher Betrieb. Dem wurde rund 100 Jahre später ein Wirtshaus angegliedert – und vor gut 70 Jahren kam die eigene Metzgerei dazu. Eine Geschichte, die mit dem Boden verwurzelt ist.
Die Chronik
Der Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater von Jonathan und Samuel Maßem wird geboren – als Ackerer, verwurzelt im Hochwald.
Josef Maßem, geboren am 4. Februar 1843, ist zunächst Ackerer wie sein Vater Peter. 1870 eröffnet er mit seiner Frau Anna Amalie Koch eine Gastwirtschaft – die Keimzelle des heutigen Gasthauses.
Am 8. September 1894 wird Nikolaus Maßem geboren. Als er die Gastwirtschaft übernehmen soll, sucht er die passende Frau – und findet sie in Susanna Treinen aus Kell, gelernte Köchin im Felsenkeller zu Bad Kreuznach. Am 14. Juni 1919 heiraten sie. Aus dieser Ehe gehen fünf Söhne hervor.
Der älteste Sohn Erich fällt im Zweiten Weltkrieg. Zwei weitere Söhne sterben früh. Günter Maßem muss das Wirtshaus übernehmen – und lernt dafür das Metzgerhandwerk von der Pike auf.
Günter Maßem hat seinen Meister gemacht und eröffnet im Gasthaus eine eigene Metzgerei – denn beides zusammen spricht für Qualität.
Am 7. November 1962 heiratet Günter die Bäckerstochter Gertrud Kimmlinger. Die Familie nennt es bis heute einen goldenen Fang.
1964 kommt Tochter Edith zur Welt. Sie ist die erste Tochter im Hause Maßem in Schillingen seit einem Jahrhundert – und die Geburt wird gebührend gefeiert. 1965 wird aus einer alten Scheune die Pension gebaut, damals mit fließend kaltem und heißem Wasser. 1966 kommt Sohn Christof zur Welt.
Günter Maßem stirbt plötzlich. Gertrud heiratet einige Jahre später den Chorleiter und Dirigenten Peter Reis und führt mit ihm und den beiden Kindern den Betrieb in alter Stärke weiter.
1998 wird Samuel Maßem geboren, 2002 sein Bruder Jonathan. Die Geschichte geht weiter.
Gertrud Maßem-Reis, die gute Seele des Hauses, führt gemeinsam mit ihrem Sohn Christof und dem bewährten Team das Restaurant, die Pension und die Metzgerei – in alter Tradition mit neuen Gedanken.
Langjährige Mitarbeiter
Ein Haus ist nur so gut wie die Menschen, die es tragen. Diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebührt besonderer Dank.
Seit 15. August 1959
Begann als zweite Auszubildende bei Metzgermeister Günter Maßem, war später als Köchin tätig und eine allgegenwärtige Stütze des Hauses.
Seit 1. April 1963
Auszubildender im Metzgerhandwerk, kannte Familie und Betrieb von Kindheit an – ein Vertrauter im besten Sinne des Wortes. Er bleibt uns für immer mit seiner freundlichen Art in guter Erinnerung.
Seit 1. August 1967
Vierte Auszubildende in der Metzgerei, später tätig in Verkauf und Service – eine langjährige Vertraute des Hauses.
Seit 2. April 1968
Köchin aus Heddert, die mit dem Haus verwachsen war. Sie wachte über den Betrieb wie über ein zweites Zuhause – mit ihrer freundlichen Art für immer in unserer Erinnerung.
Lehre als Metzger
Begann seine Lehre als Metzger in unserem Betrieb und bleibt uns für immer mit seiner freundlichen Art in guter Erinnerung.
„Tradition ist ein Wegweiser
und kein Kerkermeister."
– William Somerset Maugham
Wir sind die Summe all dessen, was vor uns geschah,
all dessen, was unter unseren Augen getan wurde,
all dessen, was uns angetan wurde.
Wir sind alles, was geschieht, nachdem wir nicht mehr sind –
und was nicht geschähe, wenn wir nicht gekommen wären.
In diesem Sinne: laßt uns freundlich im Guten miteinander sein.